Der Schwarzwald ist mit einer Fläche von über 6000 Quadratkilometern das höchste und größte zusammenhängende Mittelgebirge Deutschlands.
Der Hochschwarzwald befindet sich ganz im Süden. Er ist bekannt für seine Bauernhäuser mit ihren schönen Walmdächern, malerische Seen wie den Titisee oder Feldsee, die Kuckucksuhr und allerlei kulinarische Spezialitäten. Weltweit berühmt ist die Schwarzwälder Kirschtorte. Vor ein paar Jahren haben wir nicht schlecht gestaunt, als wir in Nepal in einem Ort auf 4700 Metern in einer Bäckerei „Black Forest“-Torte gesehen haben.

Im Südschwarzwald befinden sich außerdem die höchsten Berge der Region. Mit 1494 Metern ist der Feldberg der höchste Berg Baden-Württembergs und des gesamten Schwarzwalds.
Von München aus sind es mehr als 450 Kilometer in den Südschwarzwald und so beschließen wir, die Besteigung des Feldbergs mit ein paar Tagen Urlaub in der Region zu verbinden. Wir übernachten in einem gemütlichen Hotel in Fahl. Von hier aus haben wir es nicht weit bis zum Feldberg und einigen anderen schönen Bergtouren. Der letzte Tag des Jahres hält perfektes Wetter für uns bereit und so beschließen wir, als allererstes den Feldberg in Angriff zu nehmen.
Via Feldbergsteig auf den „Höchsten“
Wir beginnen unsere Tour am Haus der Natur auf 1280 Metern Höhe. Im Winter ist hier ein Skigebiet. Noch werden die Pisten mühsam mit Schneekanonen beschneit, denn es gibt kaum echten Schnee, dennoch tummeln sich schon viele Skifahrer hier. Es es gibt viele Parkplätze und auch ein großes Parkhaus (Tageskarte 15 Euro), wo auch wir unser Auto abstellen.
Am Parkhaus vorbei Richtung Skihang, halten wir uns vorm Haus der Natur links und erreichen schon bald den Start des Feldbergsteigs.

Wir durchschreiten ein markantes Steintor. Der Schriftzug darauf verrät, es ist das „Tor zum Höchsten“, wie der Feldberg auch oft genannt wird.

In angenehmer Steigung folgen wir dem breiten Weg bergauf und erreichen nach einigen Kurven einen Schilderbaum. Hier biegen wir scharf rechts ab und folgen der Beschilderung Feldbergsteig/Bismarckturm.

Ein schöner Pfad schlängelt sich den jetzt etwas steileren Hang hinauf. Mit jedem Höhenmeter wird der Ausblick besser, es hat einige Minusgrade heute aber der Himmel ist blau und die Sicht reicht kilometerweit bis zu den Schweizer Alpen.

Nach etwa 30 Minuten erreichen wir ein großes Denkmal. Im Dezember 1896 wurde es als erstes Bismarckdenkmal Badens eingeweiht. Wie auch der Feldbergturm gehört es heute zu den Wahrzeichen des Feldbergs. Es steht auf dem zweithöchsten Gipfel des Schwarzwalds, dem Seebuck auf 1449 Metern.

Von hier aus ist der Weiterweg zum Gipfel des Feldbergs bereits gut zu erkennen, doch bevor wir dort hinauf gehen, wartet noch ein besonderes Museum auf uns.
Nur wenige Minuten sind es vom Denkmal hinüber zum markanten Feldbergturm, der schon aus dem Tal gut zu erkennen ist.

Mit unserer Hochschwarzwaldcard können wir kostenlos den Turm besteigen. Mittels Fahrstuhls geht es bequem ganz hinauf zur Aussichtsterrasse. Der Ausblick ist fantastisch. Schilder zeigen die Namen der Berge, die man von hier aus sehen kann. Mont Blanc, Eiger-Mönch-Jungfrau und unzählige andere berühmte Berge zeigen sich am Horizont. Im Sommer befindet sich hier übrigens das höchstgelegene Trauzimmer Baden-Württembergs – man kann im 11. Stock des Turms auf über 40 Metern Höhe heiraten.
Wenn der Wind nicht so erbarmungslos pfeifen würde, hätten wir die Aussicht sicherlich noch länger genossen. Zu Fuß geht es jetzt die steile Wendeltreppe hinunter und zu einem Abstecher ins Schinkenmuseum. Seit 2013 ist es hier beheimatet – es entstand auf Initiative des Schutzverbandes der Schwarzwälder Schinkenhersteller.

Wieder unten, steuern wir jetzt den Feldberg an. Zunächst kurz abwärts und ab Grüblesattel wieder aufwärts kommen wir zügig voran.

Kurz vor dem Gipfel lädt eine Bank mit Schweizer-Alpen-Blick zur Rast ein.

Nach gut 1,20 Stunden erreichen wir den Feldberggipfel auf 1494 Metern und damit den höchsten Berg Baden-Württembergs. Ein Gipfelkreuz, wie zum Beispiel auf dem benachbarten Herzogenhorn, suchen wir vergebens. Den Gipfel des Feldbergs markieren eine Sendeanlage, Wetterstationen und ein künstlich angelegtes Rondell. Der Schwarzwaldverein hat hier eine Gedenktafel angebracht, die beweist: Hier befindet man sich auf dem höchsten Berg Baden-Württembergs.

Auf einer Infotafel erfahren wir, dass die Jahresmitteltemperatur auf dem Feldberg 3,3 Grad beträgt und damit der Nordnorwegens entspricht. Das ist insofern interessant, als dass sich nur 30 Kilometer entfernt der Kaiserstuhl befindet, eine der wärmsten Regionen Deutschlands. Auf dem Feldberg hingegen liegt oft bis in den Juli hinein Schnee. Und es kann stürmisch sein. Das können wir bestätigen. Der Wind ist bissig kalt – sehr lange halten wir es hier leider nicht aus.

Da wir eine Rundwanderung machen und noch das längste Wegstück vor uns liegt, geht es nach einer kurzen Pause weiter.
Vorbei an einer Wetterstation folgen wir den Schildern St. Wilhelmer Hütte. Über einen erdigen Pfad geht es zügig hinab und schon erreichen wir die urige Unterkunft auf 1390 Metern.

In der Stube ist es mollig warm und in einer Kuchenvitrine steht eine leckere Schwarzwäldertorte. Schwer, sich hier wieder loszureißen.
Doch es hilft nichts. Unser Weg führt an der Hütte vorbei und immer dem Feldbergsteig folgend, gelangen wir auf die schattige Nordseite des Berges. Wir durchqueren einen schönen Waldabschnitt.

Auf der Seite des Berges ist jetzt deutlich mehr Schnee und stellenweise ist der Weg auch vereist. Es heißt Obacht geben. Unsere Grödel hätten wir für den Fall der Fälle dabei.

Wir steigen steil hinab und passieren einen Bohlensteg, der im Sommer über die Flachmoore hinweghilft. Jetzt ist der Boden zugefroren und man muss eher aufpassen, auf den Holzdielen nicht auszurutschen.

Dann erreichen wir mit der Zastler-Hütte auf 1260 Metern eine weitere hübsche Einkehr, die bei uns allerdings nicht geöffnet hat.

Hier endet nun auch der schmale Pfad und über einen breiten Weg geht es wieder hinauf bis wir das schöne Naturfreundehaus erreichen. Es ist windstill und wir machen eine kleine Pause in der Sonne.

Über einen breiten Weg geht es schließlich weiter, vorbei noch an der Baldenwanger Hütte, wo man heute ebenfalls einkehren könnte.
Im Sommer führt der Wanderweg kurz darauf rechts in den Wald hinein und kürzt somit eine größere Schleife ab. Im Winter ist hier Ruhezone für die Tiere und somit müssen wir mehrmals einen Umweg laufen. Mitten im Wald steht am Wegesrand plötzlich eine Art Kuckucksuhr, sie hat einen Wanderstempel in ihrem Kästchen.

Schließlich erreichen wir den traditionsreichen Raimartihof. Das Haus ist eine optische Augenweide und innen so gemütlich, wie man es von außen erahnt.

Schlechte Nachrichten allerdings, wenn man gerade darauf Appetit hat…

Vom Gasthof ist es nur noch ein Katzensprung bis zum idyllischen Feldsee. Auf 1110 Metern gelegen ist er der höchstgelegene See in Deutschland außerhalb der Alpen. Der fast kreisrunde See ist bis zu 32 Meter tief und zu der Jahreszeit jetzt von einer Eis- und Schneeschicht überzogen. Es sieht traumhaft schön aus.

Wir halten uns links und steigen nun wieder zunehmend steil bergauf. Hier im Wald ist es schattig und der Weg immer wieder vereist.

Nach knapp einer Stunde ab dem Raimartihof erreichen wir die Seebuckhütte und damit wieder den Skihang am Feldberg. Von hier aus sind es nur wenige Minuten zurück zum Parkplatz, wo unsere Feldbergtour endet.
„Feldberg“: 1494 Meter
Zeit bis zum Gipfel: 1,25 Stunden
Höhenmeter: 684 hoch, 671 runter
Kilometer: 14,20
Gesamtzeit (inkl Pausen): 4,50 Stunden
Fazit: Abwechslungsreiche Wanderung auf einen windigen Gipfel mit großartiger Aussicht
Bei der Wanderung auf den Feldberg handelt es sich um eine einfache Tour, die auch konditionell gut machbar ist – vor allem, wenn man auf die Rundwanderung verzichtet und den gleichen Weg wieder zurückgeht.
Bei der Rundwanderung, wie wir sie gemacht haben, geht es mehrmals hoch und runter und somit summieren sich die Höhenmeter ganz gut. Die Tour ist aufgrund der vielen urigen Hütten, der unterschiedlichen Wege und dem malerischen Feldsee abwechslungsreich und wird nie langweilig. Wer im Hochschwarzwald Urlaub macht, sollte sich den Ausflug auf den „Höchsten“ auch aufgrund des grandiosen Ausblicks bei schönem Wetter nicht entgehen lassen. Und eine leckere Schwarzwälder gibt es sicherlich auch irgendwo…
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