Der Himmel ist wolkenverhangen und es nieselt. Eigentlich kein Wanderwetter, aber der Wetterbericht sagt Besserung voraus.

Unser Ziel ist der Steinwald, ein 946 Meter hohes Mittelgebirge in der Oberpfalz im Norden von Bayern. Hier gibt es markante Felsbastionen mit ominösen Namen wie Zipfeltannenfelsen oder Saubadfelsen. Außerdem mit der Platte auch einen höchsten Berg. Wir sind gespannt…

Über die Burgruine Weißenstein auf die Platte

Start unserer Rundwanderung ist der Parkplatz Weißenstein auf 771 Metern. Es ist neblig hier oben und ziemlich kühl, wir starten in kompletter Regenmontur.   

Unser erstes Ziel ist die Burgruine Weißenstein. Dafür folgen wir dem breiten Forstweg hinein in den Wald. Wanderschilder zeigen die Wegführung an.

An dieser Kreuzung verlassen wir den Forstweg und folgen dem schmalen Pfad nach rechts.

Nach etwa 25 Minuten erreichen wir die Burgruine Weißenstein auf 858 Metern. Sie ist das Wahrzeichen des Naturparks und eines der beliebtesten Ziele im Steinwald.

Majestätisch thront die gut erhaltene Ruine mitten im Wald: Leitern und Treppen führen bis ganz hinauf auf den höchsten Turm. Aus Sicherheitsgründen ist die Begehung allerdings in den Wintermonaten (so auch heute am 4. April) nicht gestattet.

Auf einem kleinen Pfad kann man die Burg umrunden und wir staunen nicht schlecht, hinter der Burg diese wunderschöne Statue zu entdecken. Es handelt sich dabei um die Bronzestatue „Mutter Erde“. Sie wurde vom Künstler Engelbert Süss geschaffen und symbolisiert die Verbindung zwischen Himmel und Erde.

Nach der Umrundung der Burg gegen den Uhrzeigersinn passieren wir das Schild „Ca. 100 m zum Kibitzstein“.

Der Abstecher lohnt sich. Auf einem schönen Waldpfad geht es leicht bergab. Der Kibitzstein ist schnell erreicht und nicht zu verfehlen.

Der riesige gerundete Felsen ist von seiner Unterlage weggerutscht und bildet ein großes begehbares Felsentor. Wunderbar.

Auf gleichem Weg wieder zurück zur Burg folgen wir jetzt den Schildern Richtung Platte. An den Bäumen wachsen Moos und Baumpilze.

Der Nebel sorgt für eine besondere Stimmung. Allerdings nieselt es wieder stärker. Rechter Hand passieren wir die Dreifaltigkeitskirche und stellen uns kurz unter.

Jetzt folgen wir weiter dem breiten Forstweg nur wenig steil empor und sehen schon kurz darauf einen großen Turm im Nebel auftauchen.

Es handelt sich um den 33 Meter hohen Oberpfalzturm, der im Jahr 2000 auf dem Gipfel der Platte gebaut wurde. Die 946 Meter hohe Platte ist der höchste Berg im Steinwald. Neben dem Turm gibt es hier auch einen kleinen Unterstand mit Bänken, wo man rasten kann.

Der massive Holzturm kann über eine Treppe bestiegen werden und bietet von seiner Plattform normalerweile einen fantastischen Ausblick.

Uns machen Wetter und Wind einen Strich durch die Rechnung und so halten wir es nur kurz hier oben in luftiger Höhe aus.

Nach einer Rast setzen wir unseren Weg fort und durchwandern auf den folgenden Kilometern den landschaftlich schönsten Abschnitt der Runde. Seit 1970 ist der Steinwald ein Naturpark, es ist zauberhaft hier.

Baumstämme und Felsen von Moos überwachsen, immer wieder phantastisch geformte Gesteinsansammlungen am Wegesrand – ein Märchenwald.

Dann taucht plötzlich ein ebenfalls von Moos überwachsener Steinpilzunterstand mit einer Sitzbank darunter auf. Sehr fotogen!

Von hier aus ist es nun nicht mehr weit zum Waldhaus, einer bei schönem Wetter möglichen Einkehr.

Das hübsch renovierte Gasthaus hat wetterbedingt leider geschlossen, bei dem Wetter verirren sich wohl zu wenige Wanderer in den Steinwald.

Eine Allee von Bäumen führt zu dem Gasthaus, es muss wunderschön hier sein, wenn die Sonne scheint und alles blüht.

Am Ende der Allee könnten wir jetzt rechts unseren Weiterweg fortsetzen. Wir beschließen, noch einen Abstecher zum nur einen Kilometer entfernten Saubadfelsen einzubauen.

Über einen schmalen Waldpfad geht es nochmal leicht bergauf, dann ist der Saubadfelsen auf 858 Metern Höhe erreicht.

Über Treppen kann man den 20 Meter hohen Granitblock besteigen und das Meer aus großen Gesteinsbrocken zu seinen Füßen bestaunen. Es erinnert an das riesige Blockmeer am Haberstein.

Nachdem der Regen stärker wird, setzen wir unseren Weg zügig fort und gehen zurück Richtung Waldhaus. Von hier folgen wir nun dem breiten Forstweg, der öfter auch schnurgerade geradeaus und teilweise eintönig durch den Wald führt.

Nach mehreren Serpentinen und einigen letzten kleinen Anstiegen passieren wir die Wolfschlaghütte.

Jetzt ist es nicht mehr weit, bis wir unseren Aufstiegsweg erreichen und kurze Zeit später den Parkplatz. Der Wetterbericht hat nicht ganz gehalten, was er versprochen hat. Allerdings erfahren wir später, dass es an einem anderen Ort ganz in der Nähe den ganzen Tag gar nicht geregnet hat. Der Steinwald ist also etwas ganz Besonderes – das können wir bestätigen.  

„Platte“: 946 Meter
Zeit bis zum Gipfel: 1,45 Stunden
Höhenmeter: 475 hoch, 485 runter
Kilometer: 16
Zeit gesamt (inkl. Pausen): 5,30 Stunden

Fazit: Schöne Wanderung durch den mystischen Steinwald und auf seinen höchsten Berg

Die Wanderung über die Burgruine Weißenstein zur Platte und durch den romantischen Steinwald ist abwechslungsreich und auch für weniger Konditionsstarke gut zu bewältigen. Die Anstiege sind moderat und die Wege unschwierig. Dank der vorbildlichen Beschilderung kann man nach Lust und Laune Abstecher zu weiteren Highlights im Steinwald einbauen. Will man sich zum Beispiel den langen „Forstweglatscher“ ab dem Waldhaus ersparen, kann man die Route abkürzen. Dafür folgt man nach dem Steinpilzunterstand dem Weg nach rechts und spart sich so einen großen Bogen.

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